10. Station


 

 

 

 

Jesus ist auf Golgota angekommen.
Wie sie es immer gemacht haben beginnen die Soldaten mit der Vollstreckung des Todesurteils:
Sie reißen Jesus die Kleider vom Leib und würfeln vor seinen Augen um sein letztes Hemd.
Routiniert und völlig legal berauben sie ihn seiner Ehre und Intimsphäre.
So vollenden sie die Entmenschlichung Jesu.

 

Die Redewendung „Das haben wir immer so gemacht“ bringt unser Bedürfnis nach Sicherheit und Orientierung zum Ausdruck.
In einer immer komplizierter werdenden Welt helfen uns Routinen und Gewohnheiten, den Überblick zu behalten. Das ist menschlich.
Wenn wir diese Routinen aber nicht mehr hinterfragen, stehen wir in der Gefahr, betriebsblind zu werden.
Das kann im schlimmsten Fall dazu führen, dass wir selbst unmenschliche Taten für normal halten. Denn:
„Das haben wir immer so gemacht.“


Welchen Routinen meines Alltags folge ich blind?

Wo in meinem Alltag verstecke ich mich hinter meinen Gewohnheiten?

Was davon möchte ich Jesus auf seinem Kreuzweg anvertrauen?